Konzept

yōgara ist eine Kombination der japanischen Schriftzeichen für „westlich“ (洋 – ) und „Muster“ (柄 – gara).

Das ähnliche japanische Wort wagara (和柄) setzt sich aus den beiden Schriftzeichen für „japanisch“ und „Muster“ zusammen. Will man im Japanischen traditionelle Muster bezeichnen, die sich z.B. auf Stoffen und Origami (Faltpapier) befinden, so benutzt man das Wort wagara.

Stoffe faszinieren mich seit meiner Kindheit.
Die unterschiedlichen Materialarten und zahllosen Muster bieten ein Meer an Kombinationsmöglichkeiten. Dazu kommt das Großformatige eines Stoffes, auf dem ein schönes Muster erst so richtig wirkt. Schon allein alte Bettlaken und Vorhänge waren mir kleine Schätze, die meine Fantasie anregten, Neues daraus zu basteln.

Das Nähen von Kleidung kam erst später hinzu, als ich auch ein Interesse für Asien und speziell für Japan entwickelte. Ich begann, äußerst unbeholfen, asiatische Kleidung herzustellen. Zuerst eine Jacke mit chinesischen Elementen und dann auch so etwas wie einen Kimono. Von richtigem Nähen konnte man aber noch nicht wirklich sprechen.
Bald folgte der erste ernstgemeinte Versuch einen Kimono zu nähen, für den ich mir eine Anleitung aus dem Internet gesucht hatte. Ich folgte zwar der Anleitung, konnte diese aber teilweise nicht gut umsetzen. Ich hatte einfach nicht genug Erfahrung im Nähen und nur sehr mäßiges Wissen über echte Kimono. Zu der Zeit hatte ich auch noch nie einen echten Kimono in der Hand gehabt. An diesem ersten Stück hatte ich also im Nachhinein Vieles zu bemängeln und habe es bis heute schon einige Male wieder auseinandergenommen und so gut es ging korrigiert.

So früh und unbeholfen diese ersten Versuche auch waren, der Gedanke selbst Kimono herzustellen hat sich bis heute hartnäckig gehalten.

Mir war und ist dabei immer wichtig, dass der Kimono auch wie einer aussieht. Der Schnitt und die Art ihn zu tragen sollen traditionell sein, das Muster stilvoll und passend. Was den Schnitt angeht, so vergingen erst einige Jahre und Versuche, bis ich mir endlich ein Buch kaufen konnte, in dem die traditionelle Fertigungsweise erklärt wird, nach der ich nun auch arbeite.
Was allerdings die Muster betrifft, habe ich nie große Anstrengungen unternommen, besonders traditionell zu arbeiten, d.h. mit japanischen Stoffen oder Mustern. Der Weg zum lokalen Stoffhändler war unkompliziert und die Stoffe, die ich dort mitunter fand, waren so schön, dass ich sie einfach verwenden musste! Die Frage, wie ich am besten an japanische Stoffe herankomme, stellte sich mir gar nicht erst.
Daraus hat sich ein wenig die Philosophie entwickelt, Kimono mit europäischen bzw. nicht-asiatischen Mustern herzustellen. Natürlich bin ich nicht die Erste, die auf diese Idee kommt. Auch in Japan gibt es Kimono mit moderen Mustern und neuen Stoffen. Jedoch denke ich, dass hierzulande die Wenigen, die sich überhaupt einen Kimono anschaffen oder nähen, eher versuchen so authentisch wie möglich zu sein und das schließt natürlich auch Muster und Stoffart ein. Mit Yoogara Kimono möchte ich also zumindest in Deutschland einen etwas anderen Akzent setzen.

Aber warum ausgerechnet Kimono?
Mein schon erwähnter Hang zu Japan ist natürlich ein bedeutender Grund dafür, warum mir gerade das Nähen von Kimono so viel Freude macht. Doch es gibt auch einen weiteren Grund und das ist die Form des Kimono. Einem Mantel oder langen Kleid ähnlich, bietet er besonders viel Raum, um einen Stoff und sein Muster zu präsentieren. Während der Schnitt eines Kimono immer gleich bleibt, kann man ihn durch die Variation des verwendeten Stoffes und die Kombination mit verschiedenen Obi (Kimono-Gürtel) immer wieder neu erfinden. Großartig!

In diesem Sinne,
möchte ich noch viele Kimono nähen, hier präsentieren und hoffen, dass die Gelegenheiten sie zu tragen zunehmen werden.

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